Österreich impft

Die Corona Schutzimpfungen sind in vollem Gange. Während die Zahl der Neuinfektionen in Österreich zurückgeht, steigt die Anzahl der verfügbaren Impfdosen. Obgleich in Deutschland heterologe Impfungen bereits möglich sind und Menschen unter 60, die als erste Dosis den Vektorimpfstoff Vaxzevria von AstraZeneca bekamen, als zweite Dosis einen mRNA-Impfstoff erhalten sollen, wird davon vom Nationalen Impfgremium (NIG) in Österreich noch abgeraten. Grund ist, dass für den Einsatz unterschiedlicher Impfstoffe bei Dosis 1 und 2 im Rahmen der Erstimmunisierung noch keine Daten vorliegen. Jetzt startet eine Studie an der Medizinischen Universität Innsbruck, die die Kombination unterschiedlicher Impfstoffe an rund 3.000 Probandinnen und Probanden untersucht.




Mittlerweile haben über eine Million Menschen in Österreich bereits einen vollständigen Impfschutz. Über ein Drittel der impfbaren Bevölkerung in Österreich, also Personen ab 16 Jahren, haben mindestens eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Eine neue Studie von „Public Health England“ beleuchtet die Effekte der ersten Impfdosis.


Effekt der ersten Impfdosis


Die Studie, die auf Meldedaten aus England basiert, untersuchte Individuen, die sich trotz erster Teilimpfung innerhalb von 60 Tagen nach Erhalt der ersten Dosis mit SARS-COV-2 infizierten.

Die Frage war, ob sie ihre ungeimpften Haushaltskontakte weniger wahrscheinlich anstecken würden. Die untersuchten Personen erhielten als Erstdosis entweder den Impfstoff von AstraZeneca oder Pfizer.

Man fand heraus, dass eine einzige Vakzine-Dosis die Weiterübertragung im Haushalt ca. halbiert. Laut den Autoren der Studie kann diese Haushaltssituation auch auf andere Situationen übertragen werden. Man muss hier jedoch auch bedenken, dass in der Öffentlichkeit Maßnahmen (wie zum Beispiel das Tragen von Masken) gelten, die in Haushalten meist nicht gelten. Trotz dieser vielversprechenden Befunde ist die zweite Dosis natürlich wichtig.

„Wer sich jetzt aktiv dagegen entscheidet, sich impfen zu lassen, der wird sich unweigerlich infizieren“, sagt Christian Drosten, der Leiter der Virologie an der Berliner Charité. Laut ihm werden wir jedoch auch noch im nächsten Winter Menschen mit schweren Verläufen auf den Intensivstationen haben.


Wirkung gegen Varianten


Eine Frage, die viele beschäftigt, ist jene, wie gut die Impfstoffe, die ja gegen das allgemeine Wildtyp-Virus entwickelt wurden, gegen die Varianten helfen. Mittlerweile macht die Britische Mutante B.1.1.7 den Großteil der Fälle in Österreich aus. Eine Studie aus Katar, wo zu diesem Zeitpunkt über 385.000 Personen mindestens eine Vakzine erhalten hatten und über 265.000 doppelt geimpft waren, untersuchte die Effektivität der Impfung. Die Studie untersuchte also nicht die „efficacy“, also die Wirksamkeit der Impfung unter Laborbedingungen, sondern beobachtete die Effektivität in der echten Bevölkerung. Der Schutz gegen eine Infektion lag ab 14 Tagen nach der zweiten Dosis mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer hier bei der Variante B.1.1.7 bei 89,5% und bei B.1.351 bei 75 Prozent. Die Effektivität der Impfung gegen eine schwere, kritische oder fatale Erkrankung durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 lag bei knapp 100 Prozent.


Impfstoff für Kinder ab 12 Jahren?


Alles blickt gespannt auf den Start des neuen Schuljahres im Herbst. Spannend wird, wie sich die höheren Impfquoten in der Bevölkerung dann auf die Infektionszahlen an den Schulen auswirken werden. In den USA hat die FDA (Food and Drug Administration) den Biontech/Pfizer-Impfstoff bereits auch für Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. Dieser könnte in den kommenden Wochen so auch in der EU zugelassen werden. Bei Kindern über zwölf Jahren wird laut dem Experten Christian Drosten mit der Erwachsenendosis gearbeitet.

Daten zur Wirkung und Sicherheit des Impfstoffs von Biontech und Pfizer bei Kindern zwischen sechs Monaten und elf Jahren sollen bis September verfügbar sein.

Bis es soweit ist, dass auch Jüngere geimpft werden können, wird an österreichischen Schulen jedoch weiter auf das Testen gesetzt. Schülerinnen und Schüler, die sich in der Schule testen lassen, werden einen „Testpass“ erhalten, in dem die Ergebnisse eingeklebt werden. Ein negatives Ergebnis soll als Nachweis bei z.B. Dienstleistungen vorlegt werden können. Die Tests sollen montags, mittwochs und freitags vor dem Unterricht stattfinden und je 48 Stunden gültig sein. Am 17. Mai kehrten die Schulen wieder in den Regelunterricht zurück.


Schritte in Richtung Normalität


Der 19. Mai hat weitere Öffnungsschritte eingeleitet, auch in Kulturbetrieben, Gastronomie und Hotellerie. Nach wie vor wird aber auf FFP2-Masken und das Testen gesetzt werden. Voraussetzung für die Nutzung vieler Angebote ist, dass man entweder getestet, genesen oder geimpft ist. Zwar sind die Nachweise für genesene, geimpfte und getestete Personen einander gleichgestellt, sie unterscheiden sich aber in ihrem Gültigkeitszeitraum. Während molekularbiologische Tests (z.B. PCR-Tests) ab Probennahme 72 Stunden lang gültig sind, sind Antigen-Tests einer befugten Stelle ab Probennahme 48 Stunden gültig. Selbsttests, die in einem behördlichen Datenverarbeitungssystem der Länder erfasst werden, sind 24 Stunden gültig.

Genesene Personen, die einen Absonderungsbescheid oder eine ärztliche Bestätigung über eine molekularbiologisch bestätigte Infektion vorweisen können, sind für 6 Monate von der Testpflicht befreit.

Hat man einen Nachweis über eine positive Testung auf neutralisierende Antikörper, ist dieser für drei Monate gültig. Nach Ablauf der Frist kann die Testung erneut durchgeführt werden.

Der Impfnachweis ist ab dem 22. Tag nach der ersten Impfung gültig, nach Erhalt aller empfohlenen Dosen ist der Impfnachweis für insgesamt 9 Monate ab der 1. Impfung gültig.