Booster-Impfungen in Österreich

Aktualisiert: Nov 22

Ende Dezember 2020 wurde in Österreich der erste Stich gegen Covid-19 gesetzt. Seitdem wurden kontinuierlich neue Erkenntnisse gewonnen und knapp 11 Millionen weitere Dosen verabreicht. Seit Anfang September werden in Österreich auch die ersten Corona-Auffrischungsimpfungen, sogenannte „Booster-Impfungen“, durchgeführt.



Offizielle Empfehlung der EMA


Anfang Oktober hat nun auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) eine offizielle Empfehlung für eine dritte Impfung für Menschen mit geschwächtem Immunsystem mindestens 28 Tage nach der zweiten Impfung ausgesprochen. Menschen mit normal arbeitendem Immunsystem ab 18 Jahren können sich frühestens sechs Monate nach dem zweiten Stich die Booster-Impfung verabreichen lassen.

Auch der Virologe Dr. Christian Drosten äußerte sich kürzlich positiv gegenüber der Auffrischungsimpfung: „Eine Booster-Impfung ist einfach hervorragend. Die führt dazu, dass das Niveau von neutralisierenden Antikörpern beträchtlich steigt. Die führt dazu, dass der nachweisbare Krankheitsschutz vor schwerer und vor überhaupt einer Infektion steigt.“ Während die ersten schon den dritten Stich bekommen, haben circa 35 Prozent der Bevölkerung noch gar keine Impfung erhalten. Einige machen sich, auch aufgrund diverser Falschmeldungen in den Medien, noch immer Sorgen wegen möglicher Nebenwirkungen.


Impfnebenwirkungen


Als Impfnebenwirkung gilt jede Reaktion, die schädlich ist und unbeabsichtigt ist. Davon unterschieden werden Impfreaktionen, die erwartbare harmlose Beschwerden sind und im Rahmen der Immunantwort auftreten. Aber nicht jedes Krankheitszeichen, das im Zusammenhang mit einer Impfung auftritt, ist auch auf die Impfung zurückzuführen. In Österreich werden alle vermuteten Nebenwirkungen von Impfstoffen vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) erfasst. Während Nebenwirkungen von Patientinnen und Patienten freiwillig gemeldet werden können, sind Ärzt*innen, Apotheker*innen und andere Angehörige von Gesundheitsberufen gesetzlich dazu verpflichtet, Nebenwirkungen zu melden.

Die Daten werden dann an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) weitergeleitet. Bisher wurden in Österreich über 42.000 Meldungen von vermuteten Nebenwirkungen im zeitlichen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung gemeldet. Der Großteil dieser Meldungen betrifft laut BASG zu erwartende Impfreaktionen wie sie in den klinischen Studien der Zulassungsverfahren der Impfstoffe beschrieben wurden wie zum Beispiel Kopfweh, Fieber, Müdigkeit und Schmerzen an der Einstichstelle. Bei Frauen traten bisher circa doppelt so viele vermutete Nebenwirkungen auf als bei den Männern.


Impfschutz von Schwangeren


Schon länger hatte man vermutet, dass Ungeborene durch die Corona-Impfung werdender Mütter mitgeschützt werden, da durch das Nabelschnurblut die Antikörper auf das Kind übertragen werden. In einer kleinen Studie aus New York hat sich dies nun bestätigt. Dabei wurden 36 Neugeborene und ihre Mütter untersucht und man fand zu 100 Prozent schützende Antikörper im Nabelschnurblut. Auch in der Muttermilch sind, besonders bei Müttern, die gegen Ende der Schwangerschaft die letzte Impfdosis bekommen haben, viele IgG-Antikörper gegen das Coronavirus vorhanden. Deswegen könne man laut dem deutschen Virologen Christian Drosten davon ausgehen „..dass Neugeborene, die gestillt werden, eben über die Muttermilch einen Schutz gegen Covid-19 haben.“ Das sei auch bei anderen Erkrankungen der Fall.


Schwangere haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf von Covid-19. Laut der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe war ein schwerer Erkrankungsverlauf mit Lungenentzündung, stationärer sowie intensivmedizinischer Betreuung im Durchschnitt bei 15 Prozent der erkrankten Schwangeren notwendig, im Vergleich dazu zeigten nicht-schwangere Frauen mit COVID-19 Erkrankung lediglich in ca. 5,8 Prozent einen schweren Verlauf mit Notwendigkeit einer stationären Betreuung. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Corona-Schutzimpfung einen negativen Einfluss auf die weibliche oder männliche Fertilität hat.


Long Covid


Laut dem Öffentlichen Gesundheitsportal Österreich werden unter dem Begriff Long Covid alle Symptome zusammengefasst, die mehr als vier Wochen nach dem Beginn einer Covid-19-Erkrankung fortbestehen oder neu auftreten. Eine deutsche Studie fand, dass etwa eine von zehn Personen mit zunächst milden oder gar keinen Symptomen auch Monate später noch Symptome hatten. Personen mit schwerem Covid-19-Krankheitsverlauf leiden aber vermutlich noch häufiger an längerfristigen Symptomen. Durch die Impfung ist das Risiko für Long Covid halbiert.