Dramatische Corona-Situation in Indien

In Indien ist die Infektionslage prekär. Täglich über 300.000 Neuinfektionen führten bereits zu einer Überlastung des Gesundheitssystems. Ein Drittel der weltweiten Neuinfektionen finden derzeit in Indien statt. Österreich erließ aus diesem Grund Einreisebeschränkungen für Indien. Direkte Linienflüge aus Indien nach Österreich gibt es zwar derzeit nicht, aber mit dieser Maßnahme soll verhindert werden, dass es zu Ausweichflügen zur Umgehung der Landeverbote in anderen EU-Ländern kommt. Für Flugzeuge aus Brasilien und Südafrika gelten derzeit ebenso Landeverbote.


Indien geriet vor Kurzem mit den weltweit höchsten Neuinfektionszahlen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Mehrere Tage in Folge steckten sich zwischen 300.000 und 350.000 Menschen mit dem Coronavirus an. Daraus resultierte schnell eine Überlastung der Krankenhäuser, gleichzeitig ging der so dringend benötigte Sauerstoff für beatmungspflichtige Patienten aus. Dramatische Bilder vor Krankenhäusern erreichten uns.



Warum breitet sich das Virus in Indien so schnell aus?


In Indiens Großstädten leben Millionen von Menschen auf sehr engem Raum, die Hygienebedingungen sind sehr schlecht. Deshalb hatte sich das Virus in einer vorigen Coronawelle schnell verbreitet, mehr als 17 Millionen Menschen haben bereits eine Coronainfektion überstanden, dieser Teil der Bevölkerung hat schon großteils Antikörper gebildet. Große Studien hatten aufgezeigt, dass Indien bereits Herdenimmunität erreicht hat – zumindest dachte man das bis zum Beginn der aktuellen Welle. Deshalb hatte der indische Premierminister Narendra Modi vor wenigen Wochen den Sieg über das Coronavirus verkündet und Massenveranstaltungen wie Hochzeiten, Sport- und Wahlveranstaltungen abhalten lassen, bei der zu einem großen Teil auf die Maskenpflicht verzichtet wurde.


Seitdem breitet sich das Virus überproportional aus, wenn die Lage auch in den Regionen sehr unterschiedlich ausfällt. Dazu kommt eine neue „Doppelmutante“ B.1.617, von der vermutet wird, zum Teil für die zugespitzte Situation verantwortlich zu sein.


In einem Preprint wurden Untersuchungen zur Seroprävalenz veröffentlicht, die zum Schluss kamen, dass im Januar etwa 24,1 Prozent der indischen Bevölkerung immun gegen das Virus war. Das ist für eine Herdenimmunität noch lange nicht ausreichend, hierfür geht man von 70 Prozent aus. Die Anzahl der gebildeten Antikörper wird mit der Zeit langsam weniger. Laut Prof. Dr. Christian Drosten gibt es allerdings Daten, dass circa 90 Prozent aller Infizierten nach